Leistungen
Krankentagegeld erklärt
Ein Baustein, der im Ernstfall über die Existenz entscheiden kann – und trotzdem oft nur oberflächlich verstanden wird.
Krankentagegeld ersetzt einen Teil des Einkommens, das durch Arbeitsunfähigkeit wegfällt. So einfach das klingt, so unterschiedlich sind die Tarife in der Praxis ausgestaltet – und genau diese Details entscheiden im Ernstfall über die tatsächliche Absicherung.
Wie Krankentagegeld funktioniert
Bei Arbeitsunfähigkeit zahlt der Versicherer ab einem vereinbarten Zeitpunkt einen festen Tagessatz aus – unabhängig von den tatsächlichen Behandlungskosten, die separat über die Krankenvollversicherung abgedeckt sind. Höhe und Beginn der Zahlung werden bei Vertragsabschluss individuell festgelegt und sollten sich an den tatsächlichen laufenden Kosten orientieren.
Die Karenzzeit: der oft unterschätzte Stellhebel
Die Karenzzeit ist die Wartezeit zwischen Beginn der Arbeitsunfähigkeit und dem Einsetzen der Zahlung. Eine kürzere Karenzzeit bedeutet einen höheren Beitrag, eine längere Karenzzeit einen niedrigeren – die richtige Wahl hängt davon ab, wie lange vorhandene Rücklagen oder eine eventuelle Lohnfortzahlung die Zeit bis zum Einsetzen der Zahlung überbrücken können.
Wer Krankentagegeld besonders braucht
- Selbstständige und Freiberufler: ohne Krankentagegeld besteht ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit keine Einkommensabsicherung – hier ist es kein Extra, sondern der Kern der Absicherung. Mehr dazu im Artikel für Selbstständige.
- Angestellte in der PKV: nach der gesetzlichen Lohnfortzahlung von bis zu sechs Wochen kann eine Lücke entstehen, wenn kein passendes Krankentagegeld vereinbart ist – die genaue Ausgestaltung hängt vom individuellen Vertrag ab.
Die Höhe richtig kalkulieren
Das Krankentagegeld sollte sich an den tatsächlichen laufenden fixen Kosten orientieren – nicht am aktuellen Nettoeinkommen. Wird die Höhe zu niedrig gewählt, entsteht im Ernstfall eine Lücke. Wird sie überhöht gewählt, zahlt man dauerhaft für eine Absicherung, die im Leistungsfall ohnehin nur bis zur Höhe des tatsächlichen Verdienstausfalls ausgezahlt wird (Überversicherungsverbot).
Regelmäßig anpassen, nicht einmal festlegen und vergessen
Ändert sich das Einkommen – etwa durch Umsatzwachstum bei Selbstständigen oder eine Gehaltserhöhung – sollte auch das Krankentagegeld angepasst werden. Ein vor Jahren passend kalkulierter Betrag kann heute deutlich zu niedrig sein.
Häufige Fragen
Was ist die Karenzzeit beim Krankentagegeld?
Die Karenzzeit ist die Wartezeit zwischen Beginn der Arbeitsunfähigkeit und dem Einsetzen der Zahlung. Sie wird bei Vertragsabschluss individuell festgelegt und sollte zu vorhandenen Rücklagen sowie eventueller Lohnfortzahlung passen.
Brauchen auch Angestellte Krankentagegeld?
Angestellte erhalten bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung und danach Krankengeld von der Kasse bzw. bei PKV-Versicherten oft ein vereinbartes Krankentagegeld ab einem späteren Zeitpunkt – die genaue Ausgestaltung sollte individuell geprüft werden.
Nächster Schritt
Passt Ihr Krankentagegeld zu Ihren Fixkosten?
In einem kurzen, kostenlosen Gespräch prüfen wir Höhe und Karenzzeit für Ihre Situation.
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